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aufgabenstellung

Preisgerichtsentscheidung – Zweitplatzierter

Nickl und Nickl-Weller
Beurteilung des Preisgerichts

Das städtebauliche Konzept des Entwurfs gründet sich auf einen bescheidenen und ruhigen zentralen Baukörper, dessen Leben und Rhythmus durch die unterschiedlich aufgesetzten Winkelkörper im 4. OG bestimmt werden. Besonders überzeugend ist die durchgehende Wegestruktur mit eingestellten Hof- und Freiflächen; die verschiedenen Nutzungen sind über dieses Wegesystem zwanglos verbunden.

Das Nichtausschöpfen des Bauraums ermöglicht eine bessere Erschließung im Norden; im Süden wird die Situation zum Max- Planck-Gelände verbessert, wenn auch die Abstandsflächen nicht voll eingehalten sind.

Es ist zu überprüfen, ob die im Osten vorgelagerten Einfahrten zur Tiefgarage eine gesicherte Spartenverlegung und die Ver- und Entsorgung der zugeordneten Laden- und Gastronomieflächen zulassen. Die verkehrlichen Randbedingungen der Tiefgarage sind nicht eingehalten.

Das Prinzip der ebenerdigen Erschließung aller Nutzungen mit den zugeordneten Keller- und Obergeschossen bietet ein flexibles und wirksames Grundkonzept. Nachteilig machen sich die zerteilten Laden- und Gastronomieflächen bemerkbar. Die Lage der Küchen im Kellergeschoss für das Hotelrestaurant ist baurechtlich und funktional problematisch. Das Erschließungskonzept funktioniert in gleicher Weise bei Hotel- und Büronutzung, wobei für letztere unterschiedlich große Büroeinheiten zugeordnet werden können. Das in gleicher Weise konzipierte Kongresszentrum leidet unter zu geringen Erschließungsflächen um das Audimax im Erdgeschoss. Der Zuschnitt von Bühne und Backstage ist unzureichend. Zudem sind Fluchtwege und Brandschutz nicht gesichert. Die nachgewiesenen Nutzungsvarianten sind nicht in sich schlüssig. Das Konzept wäre grundsätzlich zu überarbeiten.

Die Lage der kirchlichen Räume ist gut; die nachgewiesenen Flächen sind jedoch nicht ausreichend.

Für die Fassade entwickelt der Verfasser ein flächenbündiges, feines Netzwerk aus unterschiedlichen Glas- und Faserbetonflächen, das sich gewebeartig und flexibel auf die Nutzungen eingehend über das gesamte Gebäude hinzieht. Allerdings entstehen durch das Überspielen der Geschossdecken bauphysikalische und akustische Probleme. Die Frage der natürlichen Lüftung (Wärmeschutzverglasung, Luftraum mit Sonnenschutz und Prallscheibe) ist nicht erkennbar geklärt.

Wirtschaftlichkeit: Die Verhältniswerte wie auch BGF und BRI liegen im mittleren Bereich.