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aufgabenstellung

Preisgerichtsentscheidung – Drittplatzierter

Staab Architekten
Beurteilung des Preisgerichts

Die Stärke der Arbeit zeigt sich in der geschickten Einmessung vor Ort. Einerseits wird die unterschiedliche Körnung des Bestandes mit den einzelnen, unterschiedlich hohen Baukörpern aufgenommen. Andererseits fügt sich die Arbeit über den gemeinsamen Sockel und über die überhohen dichten Körper zu einer Einheit zusammen.

Insbesondere die Höhe der Einzelbaukörper (bis zu 33 m) findet nicht die ungeteilte Zustimmung im Preisgericht. Durch die unterschiedlichen Volumina lassen sich die einzelnen Nutzungen vom Campus her deutlich erkennen, was insbesondere beim Audimax beeindruckt. Der gemeinsame Sockel wird in seiner Ausformulierung differenziert diskutiert: Einerseits als zu massiv mit seiner 6 m hohen Betonfassade, andererseits architektonisch prägnant mit seinen großen eingeschnittenen Öffnungen.

Die Ost-West-Durchlässigkeit überzeugt mit den trichterförmigen Öffnungen, insbesondere in der Achse zum „Atom-Ei“. Denn ansonsten ist das Atom-Ei durch die Höhe der Einzelbaukörper nicht sichtbar.

Die einzelnen Nutzungen werden von der Längsseite des Campus logisch über die großen Glasöffnungen im Sockel erschlossen. Auch die weitere Wegeführung im Inneren ist klar und knapp bemessen.

Ein Nachteil wird in der Trennung von Apartmenthaus/Studentenwohnungen und Hotel gesehen.

Die Lage und die Belichtung der kirchlichen Räume überzeugen, aber eine Verteilung auf zwei Ebenen mit einer innerern Treppe ist nachteilig und die geforderte Größe ist nicht eingehalten.

Dieses dezentrale System hat allerdings ein Übermaß an Erschließungen zur Folge, was zusätzlich zu den großen Außenwandflächen der Einzelhäuser eine negative Auswirkung auf die wirtschaftliche und ökologische Gesamtbilanz hat.

Die Fassade hat ein starkes architektonisches Thema mit den großen Öffnungen und den konisch zulaufenden Laibungen und variiert dieses Thema entsprechend der unterschiedlichen Nutzung. Dieses architektonische Motiv hat wirtschaftliche Nachteile bei der Konstruktion und Bewirtschaftung (z. B. bei der Reinigung).

Das Baufeld wird an der Nordostecke wie auch bei den Tiefgaragenzufahrten überschritten und beeinträchtigt damit die Nachbarschaftsbelange. Das gilt auch für die Abstandsflächen des südlichen Baukörpers (um mehr als das Doppelte).

Insgesamt wird die Arbeit intensiv und kontrovers diskutiert. Einerseits überzeugt die Eigenständigkeit und architektonische Präsenz, andererseits werden die Wirtschaftlichkeit und der Betrieb heftig kritisiert.