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Preisgerichtsentscheidung – Anerkennung

Arge Weber - Keiner-Balda
Beurteilung des Preisgerichts

Die Verfasser schlagen mit einer großen Geste einen einheitlichen, monolithischen Baukörper vor, der sich über das gesamte zur Verfügung stehende Grundstück erstreckt. Der skulpturale, oszillierende Baukörper wird durch zwei Innenhöfe sowie einen markanten Hochpunkt strukturiert. Der Hochpunkt ist dem zentralen Eingangsbauwerk der Maschinenbaufakultät gegenübergesetzt. Dadurch entsteht ein nachvollziehbarer Schwerpunkt für die „Neue Mitte“. Das vollkommen aufgeglaste Sockelgeschoss reagiert mit seinen Eingängen/Durchgängen auf die bestehende Freiflächengestaltung der zentralen Grünfläche. Hiermit werden die drei Funktionsbereiche des Baukörpers sinnfällig erschlossen.

Die zentral liegende Kongress-/Hotellobby sowie die um die Höfe gruppierten Einzelhandelsnutzungen sind logisch angeordnet und in ihrer architektonischen Ausprägung überzeugend. Das zentral gelegene Audimax mit Kongressnutzung, an die die im Turm liegenden Hotelzimmer angeschmiegt sind, ist sinnfällig positioniert. Den Verfassern gelingt es, mit dem Entwurf eines skulpturalen Großbausteins die „Neue Mitte“ Garchings expressiv zu betonen. Der Gesamtbaukörper wird durch eine alle Obergeschosse bekleidende Aluminium-Lamellenhaut überzogen. Trotz der Größe des Baukörpers und der homogenisierten Erscheinung bewahrt der Baukörper seine Maßstäblichkeit.

Im Preisgericht wurde die Turmfrage intensiv diskutiert. Die Positionierung und Ausformulierung des hier vorgeschlagenen Turmes überzeugt. Ob die Nutzung des Hochpunktes mit Hotelzimmern der folgerichtige Inhalt für die TU München Campus Garching ist, wird jedoch in Frage gestellt. Der große Luftraum im Inneren des Turmes wirft auch räumliche Zweifel auf. Die dargestellten Erschließungen für TG und Anlieferung des Vollsortimenters an der Birkenstraße sind nachvollziehbar.

Bei näherer Betrachtung springen dem Preisgericht wesentliche Mängel ins Auge. Das Gästehaus ist um ca. 100 Zimmer zu klein. Der Brandschutz des Turmes mit der vielgeschossigen Halle ist so nicht verwirklichbar. Rettungswege sind mehrfach über Brandlastbereiche geführt, eine umfangreiche konzeptionelle Nachbearbeitung wäre hier nötig. Die internen Organisations- und Nutzungszuordnungen für Hotel, Kongress und Gästehaus sind nicht funktionstüchtig. Der Vorschlag übersteigt, auch nach Angabe der Verfasser selbst, das Budget erheblich. Das Preisgericht vermisst ökologische Ansätze.

Kirche: Kapelle, Büro und Seminarräume sind nicht im gewünschten leicht zugänglichen Zusammenhang situiert. Auch die Größe und Situierung derselben müsste korrigiert werden.

Baurecht: Geringe Überschreitungen des Bauraumes im Osten werden durch Rücksprünge im Westen kompensiert. Die gewünschte Spartenumlegung auf der Ostseite ist möglich. Die Abstandsflächen des Turmes auf der Ostseite wären im Detail mit den Nachbarn zu klären.